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Zerreissen

Manchmal, ja, überkommt mich das Gefühl, dass nicht andere es sind die mich zerreißen, die mich pfählen, mich kaputt machen, sondern dass ich es bin. Ich ertappe mich dabei, wie ich mich selbst in tausend Stücke zerreißen möchte, alle Gefühle, alles Leben in mir einfach auslöschen möchte. Ich möchte solange mit Messern durch mich durchschneiden, bis nichts übrigbleibt.
Hat man Das Parfum von Patrick Süskind gelesen, so weiß man, wer es ist, wenn ich von der Person Jean-Baptist Grenouille spreche. Es war mir bisher nicht vor Augen gewesen, aber ich kann seine letzte Tat nachvollziehen, ja sogar verstehen.
Einfach nicht mehr da sein. Nie wieder zurückkehren können, sondern vertilgt zu sein, mit Haut und Haaren.
Und in diesem Momenten sehe ich auf meinen Körper, sehe vielleicht sogar in mein Gesicht und empfinde nichts als Ekel für dieses verheulte Grinsen, die zerzausten Rabenfedern die mein Haupt zieren, ja sogar meine Hand ist einfach nur ein abscheuliches Werkzeug. Hinzu kommt alles was ich tue. Ob ich mir in diesem Moment mit einem Finger Tränen wische oder mich nur aus Gewohnheit am Kopf kratze, ich hasse mich im nächsten Moment dafür. Wobei, Hass ist eigentlich zu weit an dieser Stelle, Ekel trifft es einfach am Besten.
Verletzen. Das kommt ja nun nicht von ungefähr. Jemand der mich verletzt gibt vielleicht einen Anstoß. Drückt mir beispielweise das Messer in die Hand. Ein Kurzschwert wäre auch nett. Aber gut, nehmen wir ein Messer als stellvertretend. Oder rammt er es mir sogleich in den Bauch? Wäre durchaus auch passend, da ich es dann nur noch nehmen und das Werk vollenden könnte.
Vielleicht muss mir auch nur in den Arm gepiekst werden, sodass eventuell sogar einige Blutströpflein hervorsickern. Ich bin verletzt. Ja, dann kann ich die Gelegenheit ja auch nutzen und mich zerreißen. Hat immerhin auch Vorteile, dann muss man nicht bis zum nächsten Pieken warten, kann gar nicht warten. Sehr schön.

16.12.06 22:17
 


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