Startseite
    Persönliches
    Kapitelkatalog
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

http://myblog.de/weltentaenzer

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Schmerz und Leid

Klar, er ist nicht ganz normal. Und das meine ich sowohl negativ, als auch positiv, da es in diesem Falle nahezu wertfrei ist. Da sich der Wert selbst definiert.
Natürlich ist er für mich etwas ganz Besonderes. Der Typ mit dem gewissen etwas, der mit Trost spendet, mir sein Ohr leiht, aber auch die Leidenschaft in mir entfacht. Immerhin ist er der Mann, den ich heiraten möchte. Der, der bei der Geburt unserer Kinder meine Hand halten soll. Der, mit dem ich im hohen Alter noch dasitzen möchte, philosophieren und erinnern möchte. Der Mann, mit dem ich mein Leben verbringen möchte.
Das ist nicht normal. Da ist er der Einzige.
Auf der anderen Seite hat er auch seine Probleme und auch seine psychischen Abgründe und dabei nicht wenige. Und keine harmlosen. Borderline, doch, natürlich, hat sowieso jeder, aber darum geht es mir hier auch nicht. Ich will keine Krankheiten aufzählen, ich möchte von ihm erzählen. Und momentan bereitet er mir sehr viel Kummer. Er wird demnächst seine Schule beenden, hoffe ich zumindest. Seine Noten sind nicht gerade überragend und das ob seiner nicht geringen Intelligenz. Er möchte Psychologie studieren, was ihm dadurch eventuell verwährt bleiben wird. Doch andere Träume .. hat er nicht.
Heute bin ich noch mit einer Freundin weggefahren, war also nicht zu Hause, als er heim kam. Mich erreichte eine SMS. Unverkennbar, dass es ihm nicht gut ging. Doch der Verkehr ging weiter, bis sich Stück für Stück aufbaute, was ich gerade verpasste, in welcher elendigen Situation ich ihn alleine gelassen hatte. Schuldgefühle, ja.
Nun denn, es ging nicht unbehelligt weiter. Ganz im Gegenteil.
Es gibt Dinge, die tat ich.
Es gibt Dinge, die möchte ich nicht mehr wieder tun. Auch, um ihn nicht zu verletzen.
Er tut diese Dinge, jetzt. Hat er vorher nicht. Hätte er ohne mich auch nie?
So geht es weiter. Doch auch vor meiner Freundin verberge ich meine Gefühle und nun auch vor meinem Freund. Ich weiß sehr wohl, dass das nicht das ist, was ich tun sollte, aber ich kann nicht anders.

Und dann habe ich Angst, dass ich ihm nicht gut tue. Oft und nicht zum ersten Mal.
Es gibt da so viele Bereiche, so viele und all das bin doch nur ich Schuld. Ich und mein elendiger Egoismus.

Ich fühle mich mies, möchte schlafen, Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen bannen, auch ein wenig ... gar nicht mehr fühlen.

4.12.06 22:54


Zerreissen

Manchmal, ja, überkommt mich das Gefühl, dass nicht andere es sind die mich zerreißen, die mich pfählen, mich kaputt machen, sondern dass ich es bin. Ich ertappe mich dabei, wie ich mich selbst in tausend Stücke zerreißen möchte, alle Gefühle, alles Leben in mir einfach auslöschen möchte. Ich möchte solange mit Messern durch mich durchschneiden, bis nichts übrigbleibt.
Hat man Das Parfum von Patrick Süskind gelesen, so weiß man, wer es ist, wenn ich von der Person Jean-Baptist Grenouille spreche. Es war mir bisher nicht vor Augen gewesen, aber ich kann seine letzte Tat nachvollziehen, ja sogar verstehen.
Einfach nicht mehr da sein. Nie wieder zurückkehren können, sondern vertilgt zu sein, mit Haut und Haaren.
Und in diesem Momenten sehe ich auf meinen Körper, sehe vielleicht sogar in mein Gesicht und empfinde nichts als Ekel für dieses verheulte Grinsen, die zerzausten Rabenfedern die mein Haupt zieren, ja sogar meine Hand ist einfach nur ein abscheuliches Werkzeug. Hinzu kommt alles was ich tue. Ob ich mir in diesem Moment mit einem Finger Tränen wische oder mich nur aus Gewohnheit am Kopf kratze, ich hasse mich im nächsten Moment dafür. Wobei, Hass ist eigentlich zu weit an dieser Stelle, Ekel trifft es einfach am Besten.
Verletzen. Das kommt ja nun nicht von ungefähr. Jemand der mich verletzt gibt vielleicht einen Anstoß. Drückt mir beispielweise das Messer in die Hand. Ein Kurzschwert wäre auch nett. Aber gut, nehmen wir ein Messer als stellvertretend. Oder rammt er es mir sogleich in den Bauch? Wäre durchaus auch passend, da ich es dann nur noch nehmen und das Werk vollenden könnte.
Vielleicht muss mir auch nur in den Arm gepiekst werden, sodass eventuell sogar einige Blutströpflein hervorsickern. Ich bin verletzt. Ja, dann kann ich die Gelegenheit ja auch nutzen und mich zerreißen. Hat immerhin auch Vorteile, dann muss man nicht bis zum nächsten Pieken warten, kann gar nicht warten. Sehr schön.

16.12.06 22:17





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung